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| Name: Marcelo Rodrigues do
Carmo Künstlername: Marcelo da Paz Geboren am 02.04.1966 in einem Armenviertel in Rio de Janeiro in einer armen Familie. Als ich 7 Jahre alt war, trennten sich meine Eltern und ich lebte von dieser Zeit an 10 Jahre auf der Strasse. Mein erster Kontakt mit Musik war mit sieben Jahren auf einem Strassenfest. Von dieser Zeit an begann der Traum, Musiker zu werden von Mal zu Mal größer. Jedoch durch meine armen Verhältnisse, hatte ich keine Möglichkeit Musikinstrumente zu kaufen. Darum baute ich mir mit anderen Jungs auf der Strasse unsere eigenen Instrumente aus Milch und Margarinedosen. Mein größter Traum war, Gitarre zu spielen. Erst mit 14 Jahren hatte ich zum ersten Mal eine Gitarre in der Hand. Diese gab mir ein Freund welcher mit des öfteren Essen gab, jedoch ohne das Wissen seiner Familie. Es war die Gitarre der Schwester, welche sie als Geschenk bekommen hatte. Nur wenige Minuten spürte ich das Instrument in meinen Händen, aber es war ein herrliches Gefühl! Kurz danach schaffte ich es, mir eine eigene Gitarre zu besorgen. Sie war alt und kaputt. Jedoch war es mir möglich sie zu reparieren und lernte darauf zu spielen. Ich hörte anderen Musikern zu wie sie spielten, stelle mich vor Vitrinen der Geschäfte und verfolgte die Musik und die Handbewegungen der Künstler. Ich kopierte alles. Ich lernte alle Arten der brasilianischen Musik. Zur gleichen Zeit lerne ich auch Singen. Zirka ein Jahr, nachdem ich meine Schwester bei einem Unfall verlor, entschied ich mich Rio de Janeiro zu verlassen. Ohne Ausweise und Geld zog ich los und ging durch das ganze Land. Während fünf Jahren ging ich wohin mich der Wind führte. In dieser Zeit lernte ich viele unterschiedliche Rhythmen der populären Brasilianischen Musik. Diese unterschiedlichen Stile beeinflussten meine Musik. Mit 19 Jahren ging ich zurück nach Rio de Janeiro weil ich zum Militär sollte. Da ich gegen die damalige Politik und Diktatur war kam ich nicht zum Militär. Ich konnte dennoch in Rio de Janeiro bleiben und begann ein soziales Leben zu führen. 1985 begann ich E-Gitarre in meiner ersten Band zu spielen. Es war eine tolle Zeit, jedoch hielt die Band nicht sehr lange. Kurze Zeit später spielte ich in einer Band Bass. Wir spielten Punk, Rock,... Wir machten viele tolle Shows. Wir spielten mit Gruppen die heute große Namen sind in der brasilianischen Rockgeschichte. Da ich viel auf Antidiktaturveranstaltungen war, war ich sehr bekannt in Rio de Janeiro mit meiner Musik. Ich spielte viel auf Bürgersteigen, dort wurde ich 1988 auch zum ersten Mal angesprochen um in einem Restaurant Musik zu machen. Da ich niemals alleine professionell gespielt und gesungen hatte, war ich über diese Anfrage überrascht und aufgeregt. Ich nahm an und das erste Mal war ein Desaster! Jedoch bereits beim zweiten Mal schaffte ich es professioneller und sicherer zu sein. Ich verlor meine Nervosität und präsentierte mich sehr gut. Von dieser Zeit an wurde ich immer bekannter und gefragter. ich spielte in fast allen bekannten Lokalen der Stadt und sogar auswärts. Immer mit der Philosophie, Musik zu spielen um die Leute glücklich zu machen. Ich nahm teil an diversen Veranstaltungen und spielte meine Kompositionen. Ich hatte mehrere Anfragen um erfolgreich im Musikgeschäft zu werden, jedoch wollte ich einen anderen Stil verfolgen und Musik wie Bossa Nova machen. Darum wurde ich kein Popstar! 1990 bekam ich eine Einladung vom Direktor und Schauspieler Lima vom Globo Fernsehen, er fragte mich als Direktor und Musicalproduzent in seiner Kompanie für Kindertheater und im Theater Sesc da Tijuca Rio de Janeiro zu arbeiten. Ich arbeitete für beide Produktionen und sammelte in dieser Zeit sehr viel Erfahrung. Weiterhin erhielt ich viele Anfragen für Auftritte, jedoch war ich zu dieser Zeit verheiratet und hatte zwei Kinder. Darum sagte ich nie zu. 2001 war ich bereits geschieden und lernte eine deutsche Frau kenne und lieben. Da sie nicht in Brasilien bleiben konnte, fragte sie mich mit ihr nach Deutschland zu gehen um für ein Jahr dort zu bleiben und zu heiraten damit sie mit mir zurück nach Brasilien konnte. Ich verkaufte alles was ich hatte um mein Flugticket zu kaufen. Am 02.04.2001 kam ich in Berlin mit meinem Koffer an. Ohne eine Vorwarnung wollte meine deutsche Freundin nichts mehr von mir wissen und ich stand nun alleine ohne Wohnung in Berlin. Ich konnte kein Wort Deutsch und hatte nicht viel Geld in meiner Tasche, darum begann ich am Bahnhof Musik zu machen, bis ich die Brasilianerin Genlinda Gomes, eine mittlerweile sehr gute Freundin, kennen lernte. Sie stellte mich einem Freund, Doktor Samba vor, dieser ist Percussionist mit großer Erfahrung. Er half mir schnell eine Arbeit in einer Bar in Düsseldorf zu bekommen. So begann ich wieder von ganz unten. 2002 hatte ich die Idee eine Gruppe mit dem Musikstil des brasilianischen Norden zu spielen, Forró! Diese Richtung ist in Europa nicht bekannt. Für diese Musik suchte ich nun Leute um eine Band zu gründen. Es gehörte auch ein Akkordeonspieler dazu. Ich wurde für verrückt erklärt, hier in Deutschland Forro zu spielen. Mir wurde gesagt es sei unmöglich. Mit Musikrichtungen die es hier bereits gibt, würde man viel besser Geld verdienen. Ich liebte die Herausforderung und schaute mit meinem Ziel nach vorne. Freunde wie Paulo und Beth schlossen sich mir an, ohne viel über diese Musikrichtung zu wissen. Und wir starteten! Mir ist Tradition wichtig und ich wollte mit originalen Instrumenten spielen. Wir begannen Forró mit einer Gitarre und einer Zabumba. Ich kannte niemanden der Akkordeon spielen konnte, also lernte ich selber dieses Instrument und fixierte mich auf den originalen Rhythmus. Heute spiele ich zirka 15 Instrumente und lerne noch weiter! |
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